Am Samstag, den 19.7. morgens ca. um 3 Uhr brachen
wir auf, mit dem üblichen Gespann, wobei wir bei weitem mehr Material
dabei hatten als sonst. Kein Wunder denn unser Ziel war (wiedereinmal)
der Nürburgring aber dieses Mal bleiben wir für 3 Wochen dort.
Zum Beispiel
hatten wir nur für unser Rennen welches Ende der 2. Woche stattgefunden
hat, total 20 bereifte Felgen dabei!
Irgendwann Samstag Mittag kamen wir an und wegen dem "Truck-GP"
war auch schon gewaltig Betrieb rund um die Strecke und auf dem Zeltplatz.
Unser Stammplatz war besetzt also campierten wir das erste Wochenende
erst mal in einem der Iglus gleich gegenüber bei unseren Freunden
Helga und Bernd, sowie Mike der aber leider nicht da war. Kurz das Wichtigste
ausgepackt und aufgebaut, gingen wir zur Strecke hoch um Frickadellen
und Fritten zu essen und natürlich Truck-GP zu gucken. Es war ein
tolles Wochenende! Viele Serien sind gefahren, neben deutschen und internationalen
Trucks auch die V8-Star Serie und amerikanische Pick-Up's. Am Samstag
Abend war Konzert in der Dunlop-Kehre, wobei sich an die 70'000 Leute
amüsierten bis in die frühen Morgenstunden. Am Sonntag war
nochmals Rennsport vom feinsten bis am frühen Abend. Als die Veranstaltung
fertig war und auf dem Zeltplatz langsam wieder Ruhe einkehrte dachten
wir schon: prächtig, jetzt können wir dann gleich unser grosses
Zelt aufbauen aber dem war nicht so...wir müssten warten bis am
Montag Morgen ehe sich die Typen auf "unserem" Platz verzogen
hatten.
Wir konnten es uns leisten zwei Tage damit zu verbringen unser Lager
tiptop einzurichten, schliesslich öffnete ja die Nordschleife erst
am Dienstag Abend. Mit Materialzelt, Pneuzelt und Hauszelt sowie super
Pavillon beanspruchten wir etwa 200 m2 Platz! Dann war Dienstag Abend
und endlich wieder Zeit für schnelle Runden auf der Schleife! Ich
kam allerdings nur etwa 5 km weit bis das Kühlwasser kochte und
sogleich auch verdampft war...somit war für mich erst mal wieder
Feierabend. Wenigstens lief es bei Yves problemlos zu diesem Zeitpunkt.
Nun das änderte sich jedoch dramatisch, nur wenige Runden später:
Er hatte in der Fuchsrohre, bei Höchstgeschwindigkeit einen fatalen
Motorplatzer gehabt und kam im Adenauer Forst mit qualmendem Wagen zum
stehen! Das ganze Motorenöl hatte sich im Motorraum verteilt und
qualmte auf den heissen Metallteilen! Der Fall war klar: abschleppen,
am besten gleich bis auf den Zeltplatz. Für "nur" 200
Euro brachte ihn ein Abschleppwagen zu unserem Zelt. Nach kurzer Analyse
war auch der nächste Schritt klar: nach Hause fahren und Motor
wechseln!!!
Wir fuhren am Mittwoch zurück in die Schweiz. Yves reparierte sein
Auto den ganzen Donnerstag, mit der Hilfe von Serge war sein Sugi in
15 Stunden wieder einsatzbereit. Einzig die Kupplung löste sich
nicht aber das kann man ja auch auf dem Zeltplatz beheben...Ich besorgte
zusätzliche Teile und einen Zylinderkopf und legte mich dann schlafen,
sodass ich am Freitag Morgen; 3 Uhr, den Rückweg in Angriff nehmen
konnte. Wir mussten Gas geben denn etwa um 9 Uhr kamen unsere Kumpels
vom 24h-Rennen uns besuchen! Ich fuhr also los und schaffte es, in Missachtung
jeglicher Strassengesetze, Punkt 8 Uhr 15 von der Hauptstrasse entlang
des Nürburgrings, zum Zeltplatz abzubiegen! Eine weitere Fabelzeit
in der Geschichte von BKRacing. Yves pennte gleich die ganze Fahrt durch!
Wir konnten beide noch einwenig schlafen, bis kurz darauf Hauy und Buchse
eintrudelten, mit Frühstück! Gegen Mittag kamen auch der Dieter,
Volker und Quasselstrippe Frank. Die Stimmung war wieder vom feinsten!
Bei leckerem Essen und kühlem Bier feierten wir die Zusammenkunft
und wechselten mal nur so nebenbei meinen Zylinderkopf! Hauy und Dieter
taten das vor allem, an dieser Stelle nochmals danke Euch beiden. Auch
die Kupplung die da bei Yves' Auto noch fest sass hat er mit automechaniker-typischen
Finesse zum funktionieren gebracht. Damit waren unser Autos parat um
mit all unseren deutschen Freunden mindestens eine Runde auf der Strecke
zu drehen, wo sie seit Jahren Autorennen gucken. Inzwischen ist auch
der Rest eingetroffen, sprich Christian und Patrick, Hannes und Olli
und Basti. Wir konnten es dann kaum erwarten bis es Samstag Abend wurde
und die Schlaufe wieder für Touristenfahrten öffnete. Leider
war das Wetter nicht mehr ganz so toll, am Anfang hat es sogar noch
leicht geregnet. Bis auf Volker und Dieter die unglücklicherweise
eher wieder Heim mussten kamen wohl alle auf ihre Kosten. Volker holte
das später nach aber Dieter fand keine Zeit noch mal wieder zukommen.
"Ich garantier dir, Dieter, das kommt noch..." Später
samstagabends gingen wir noch zur Ringgaststätte hoch, da feierten
rund 400 Punks ihr tote Hosen-Fan Happening. Einige Live-Bands spielten
und wir tanzten Pogo. Ich fühlte mich wie vor 10 Jahren nur konnte
ich damals noch 2 Stunden durch pogen, heute reicht die Luft gerade
mal für fünf Minuten. Am Sonntag Morgen gingen wir nochmals
kurz auf die Schleife, ehe unsere deutschen Freunde gegen Mittag die
Heimreise antraten. Die Punks auf dem Zeltplatz wurden ebenfalls weniger,
man kann sagen die bekannte tote Hose-Stimmung die normalerweise werktags
auf dem Zeltplatz herrscht, hielt einzug.
Unser nächster Besuch liess nicht lange auf sich warten: Serge
traf am Dienstag ein, mit seinem roten Suzuki. Nachdem wir im schon
so viel erzählt hatten über die Nordschleife musste er einfach
selber mal schauen und war natürlich ebenfalls hell begeistert.
Anders als zum Beispiel ich, flog er auf der aller ersten Rund nicht
ab sondern ging die Sache ruhig und kontrolliert an, genau so wie es
Sinn macht. Nach einigen Runden hatte er den Dreh raus und schon ging
es los mit den kleinen Problemen am Auto. Diese Strecke fordert das
Material halt schon ganz anders als wir uns das gewohnt sind. Ende der
2. Woche kompletierte Franz unsere "Sugi-Connection"! Sah
schon ziemlich geil aus die 4 Sugis in einer Reihe auf unserem Platz!
(inzwischen etwa 300 m2)
Langsam stieg bei Yves und mir die Nervosität denn unser Rennen
war nur noch wenige Stunden entfernt. Umso idiotischer dass ich auf
der letzen Runde am Freitag noch einen Umfall hatte! Im Glauben Franz
und Yves einholen zu können geriet im "Hatzenbach" alles
völlig ausser Kontrolle! Resultat: 8 Meter teure Leitplanke zerstört,
Kotflügel vorne und hinten eingedrückt, 1 Alufelge und Pneu
nicht mehr zu gebrauchen und am schlimmsten, der Dreieckslenker vorne
und die Radaufhängung hinten war ausgerissen respektive verbogen!
Neben der Nervosität gesellte sich nun auch noch Stress zu uns.
Zum Glück hatten wir sehr viele Ersatzteile mit und konnten somit
fast alles auswechseln. Die Radaufhängung hinten durfte ich von
Franz seinem Sugi ausleihen. Einmal mehr zeigte sich eindrücklich
welch genialer Teamgeist unter uns herrscht! Logisch dass ich ohne die
Hilfe von Franz, Serge und Yves das Rennen hätte abschreiben können...
Der Veranstalter hatte die Anmeldebestätigung fälschlicherweise
in die Schweiz geschickt und so wussten wir am Anfang eigentlich nur
dass wir so gegen 10 Uhr am Samstag im historischen Fahrerlager sein
mussten, zur Papier- und Wagenabnahme. Von den 15 Rennrunden wussten
wir erst kurz vor dem Start welche auf Speed und welche auf Bestätigung
zu fahren sind und wann wir in die Boxen können, zum auftanken.
Im Rennen lief dann aber alles ausgezeichnet, wie man an unseren Platzierungen
unschwer erkennen kann! Das Auto hielt, sieht man einmal davon ab, dass
sich bei mir die Verbindungsschrauben zwischen Kat und Mitteltopf verdünisierten.
Das beeinträchtigte mich nicht sonderlich im Gegenteil klang ich
jetzt wenigstens der eingeteilten Gruppe (H) entsprechend. Yves konnte
sogar in einer Runde absolut alles mobilisieren und fuhr mit 9.05 eine
TRAUMRUND! Am schwierigsten für uns beide waren wohl die äusseren
Bedingungen: in dieser Gluthitze und mit den speziellen Kleidern waren
es so an die 45°C am Körper und das während gut 2.5 Stunden!
Man sah uns die Strapazen sichtlich an am Ende, wir waren fix und fertig!
Aber glücklich und sehr zufrieden mit dem Geleisteten! Nachdem
der "Parc fermé" aufgehoben war; und somit das Einspracherecht,
gingen Franz und ich schläunigst auf den Zeltplatz zurück
um das ausgeliehene Teil wieder zu tauschen. So kam es dass ich den
Anfang der Siegerehrung glatt verpasste. Yves stand schon anstelle meiner
vorne, als ich es gerade noch schaffte den Pokal in Empfang zu nehmen.
Danach gab's noch ein Foto von Allen und das wär's gewesen...YEAH!
Am Sonntag galt es auszuspannen. Ich hatte echt keinen Bock auf autofahren
und Yves offensichtlich auch nicht. Ganz anders Serge und Franz, die
zeitig losgingen um vor den Bikern auf der Gasse zu sein. Logisch dass
sie den Tag nutzen wollten, sie mussten ja schon bald wieder nach Hause.
Umso ärgerlicher dass nun Franz einen Schaden hatte! Er war nur
etwa 3 Runden gefahren als er anrufte und nach einer Wasserpumpe fragte.
Unter all dem Karsumpel den wir mitgeschleppt hatten fanden wir natürlich
keine Wasserpumpe. Wir versuchten unser Glück bei RingRacing, einer
Garage wo du selber schrauben kannst und die gleich in der Nähe
ist. Die hatten leider auch kein Ersatzteil für uns aber wenigstens
wussten wir nach der Totalzerlegung der Pumpe was genau kaputt gegangen
war. Franz konnte also nicht mehr fahren, wir hatten immer noch nicht
so das Reissen und Serge hatte auch genug.
Schliesslich war es auch schon Abend und so beschlossen wir nach Köln
zu fahren, etwas zu essen und mal zu gucken was da noch so los ist.
Das Nachtessen war gut aber sonst ging nicht wie erwartet die Post ab.
Vielleicht weil Sonntag war oder wohl eher weil wir nicht wussten wohin?
Der eine Taxifahrer da wusste es aber auch nicht so recht...Das nächste
mahl fahren wir nach Koblenz, dann haben wir einen Vergleich.
Nachdem Franz und Serge abgereist waren hätte man eigentlich meinen
können den Rest dieser Woche besucht uns niemand mehr. Wenige Stunden
später jedoch kamen Hauy mit Familie und Volker mit Familie wie
angekündigt nochmal auf Kurzvisite. Sie trafen früh Dienstag
morgens ein und blieben bis am Abend. Das war wieder ein toller Tag
mit riesig viel Spass! Sie hatten die Kleinen mit; je ein Mädchen
und ein Bub, und weil es immer noch so heiss war hatten wir zwischendurch
mal ne riesen Wasserschlacht am laufen! Natürlich gingen wir am
Abend auch noch mal zur Schleife hoch wo Yves mit allen noch mal eine
Rund drehte. Besonders der Simone, das ist die Frau von Hauy, hat es
super gefallen! Volkers Frau, die Birgit, wollte erst nicht, wir überredeten
sie jedoch und ihr machte es im nachhinein auch Spass. Nachdem sie gegangen
waren machten wir uns daran den nächsten Plan in Angriff zu nehmen:
Kaum zu glauben aber Mik war der nächste der uns besuchen kam und
mit ihm gingen wir...nach Amsterdam. An die 4 Stunden dauert die Fahrt
da hoch und da kann man doch gut mal für eine Übernachtung
hinfahren. Wir waren am Mittwoch Nachmittag angekommen und gingen keine
24 Stunden später wieder zurück nach Deutschland.
Was dann noch blieb war zu packen, die nächste Herausforderung.
Wir hatten ja eigentlich viel zuviel Material dabei weil wir zwischendurch
daheim waren. Obwohl wir schon etwas von unserem Zeug Franz und Serge
mitgegeben hatten waren wir froh dass Mik mit seinem Kombi da war, er
hat uns quasi gerettet. Dann sagten wir tschüss zu Helga und Bernd
sowie Mike und machten uns schläunigst auf den Zeltplatz zu verlassen,
wir wollten nicht noch einen Tag zusätzlich bezahlen. Mik hatten
wir eh rein geschmuggelt, er ging durch den "Hinterausgang"
raus...Von der Sabine wollten wir uns natürlich auch noch verabschieden.
Bei Ihr konnten wir auch gleich zu Abend essen, so mussten wir nicht
hungernd die letzte Nacht verbringen. Wir machten es uns auf einem Parkplatz
nicht weit vom Zeltplatz entfernt gemütlich, gleich ohne Zelt nur
in der Penntüte. Ziel war es eh am Freitag Morgen zeitig los zu
fahren um dem Verkehr auszuweichen. Das klappte leider nicht ganz war
aber egal, wir kamen dennoch gut voran. Am Zoll war jedoch Schluss mit
speditiv. In typischer Beamtenmanier bearbeiten sie dort deine Anliegen
und du denkst "Scheisse, wir bezahlen die auch noch..." Nun
auch das ging vorüber und war gleichzeitig das letzte worüber
es sich zu berichten lohnt. Unsere Ferien waren zu Ende, es war; trotz
der stressigen ersten Woche , ganz stark und ich freue mich jetzt schon
wieder riesig auf das nächste Mal!
André
Sommerferien 03, 19.7. bis 8.8., Nürburgring